VORBILDLICH:BIOGASANLAGETECHNOLOGISCH FIT FÜRDIE ZUKUNFT

Der Fachverband Biogas hat zusammen mit dem Landesverband Erneuerbare Energien NRW eine Biogasanlage in Erwitte als „Biogasanlage des Monats“ ausgezeichnet.

Biogasanlagen sind eine wichtige Säule für die Versorgungssicherheit in einem regenerativen Stromsystem. Die Biogasanlage auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Gut Brockhof steht dafür exemplarisch – und wurde deshalb vom Fachverband Biogas als Anlage des Monats Februar 2026 ausgezeichnet: Sie ist fast fünffach überbaut, sprich die ursprüngliche Leistung ist verfünffacht worden.
Auf dem Erwitter Hof wird der Ökostrom nur noch stundenweise bedarfsgerecht eingespeist, wenn Sonne und Wind nicht genug liefern – dann aber mit fünffacher Leistung. Die anfallende Wärme wird für die Hähnchenställe, die Wohnhäuser und das Betriebsgebäude auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Gut Brockhof genutzt. Derzeit überlegen die Anlagenbetreiber einen weiteren Gasspeicher zu bauen, um die Anlage noch fitter für die Zukunft aufzustellen.
Sehr vorbildlich ist außerdem die Aufbereitung des Gärproduktes, durch eine Gärrestverdampfungsanlage, zu Stickstoffdünger, einem gefragten natürlichen Dünger für die Landwirtschaft.
Für den Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) gratulierte Dr. Thomas Griese, der stellvertretende Vorsitzende, den Betreibern der Biogas Brockhof GmbH & Co.KG bei einem Pressegespräch vor Ort zu der Auszeichnung.
Die Biogasanlage auf Gut Brockhof ist eine Blaupause, wie künftig Biogasspeicherkraftwerke landes- und bundesweit betrieben werden müssen.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche lässt dagegen bei ihrer Kraftwerksstrategie die Biogastechnologie weitgehend unberücksichtigt, obwohl Biogasanlagen als Reservekraftwerke wesentlich preiswerter, klimafreundlicher und schneller realisierbar sind.
Das bestätigt ein vom LEE NRW bei der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Frontier Economics in Auftrag gegebenes Gutachten. Danach ist die für die Versorgungssicherheit notwendige Flexibilität der Erzeugungsanlagen zu großen Teilen mit dem Ausbau von dezentralen Motoren und stromgeführten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) möglich, die mit Biogas gefeuert werden. Weil diese kleinen Kraftpakete dezentral eingesetzt werden, wird das Stromnetz sogar entlastet.
Der von Katherina Reiche verfolgte Weg führt dagegen in eine neue fossile Abhängigkeit, die private und industrielle Kunden noch teuer bezahlen werden.
Die Erdgaspolitik von Frau Reiche führt in eine neue verhängnisvolle Abhängigkeit
Frau Reiche will zur Erhöhung der Versorgungssicherheit mit Milliarden Subventionen neue Erdgaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von über 10.000 Megawatt installieren lassen.
Da muss doch die Frage beantwortet werden, woher das Erdgas oder Flüssiggas eigentlich kommen soll und ob eine kontinuierliche Erdgasbelieferung wirklich sicher ist.
Wir können uns zwar alle darüber freuen, dass sich Europa und Deutschland von den Gasimporten aus Russland unabhängig gemacht hat. Vor dem von Rußland gegen die Ukraine begonnenen Überfallkrieg kamen noch mehr als 60% der gesamten Gasimporte aus Rußland. Die fatalen Folgen dieser verheerenden Abhängigkeit haben sich nach Kriegsbeginn gezeigt, als Rußland mit dem Ziel der politischen Erpressung die Gaslieferungen aus Nordstream 1 eingestellt und eine Preisexplosion bei Gas herbeigeführt hat.
Hat Deutschland daraus gelernt? Leider nein. Erdgas ist inzwischen durch Flüssiggas ersetzt worden. Und woher kommt dieses Flüssiggas? Zu mehr als 50% aus den USA, wenn man nicht nur die Direktlieferung nach Deutschland, sondern auch die Durchlieferung über europäische Nachbarstaaten wie Niederlande und Belgien (über 40% unserer Gasversorgung) hinzurechnet.
Eine verhängnisvolle Abhängigkeit ist nur durch eine andere, nicht weniger verhängnisvolle Abhängigkeit ersetzt worden. Und kein Zweifel besteht daran, dass die gegenwärtige US-Regierung die Gaslieferung als politische Waffe einsetzen würde. Eine Unterbrechung der Gaslieferung aus den USA würde selbst bei vollen Gasspeichern nur ca. 3 Monate durchzuhalten sein (augenblicklicher Füllstand nur 22%).
Vor diesem Hintergrund ist es eine abenteuerliche Fehlplanung, zur Überbrückung von Dunkelflauten noch weitere Erdgaskraftwerke bauen zu wollen. Das ist das Gegenteil von Versorgungssicherheit.
Die Alternative liegt auf der Hand: Umbau der vorhandenen 10.000 Biogasanlagen zu flexiblen Biomassespeicherkraftwerken. Damit könnten 24.000 Megawatt gesicherte Leistung (also mehr als das Doppelte der geplanten Gaskraftwerke) installiert und alle Dunkelflautentage des Jahres überbrückt werden, und zwar
- ohne Abhängigkeit von Rohstoffimporten,
- sofort klimafreundlich
- und sehr viel schneller als neue Erdgaskraftwerke
Das Jahr 2025 – Fünf gute Nachrichten für den Klimaschutz
Obwohl Klimaschutz in der öffentlichen Wahrnehmung nach hinten verdrängt, von der Bundesregierung vernachlässigt und von Trump und Co bekämpft wird, fällt die Bilanz für 2025 gar nicht schlecht aus.
Hier fünf gute Nachrichten:
1. Weltweit ist der Siegeszug der Erneuerbaren Energien nicht aufzuhalten: 92,5% der neu installierten Kraftwerkskapazitäten erzeugen Strom aus Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse.

2. Deutschland hat seinen CO-2 –Ausstoss seit 1990 halbiert; Indien und China erreichen ihre Klimaziele früher als geplant.
3. Wärmepumpen sind in Deutschland zur meistverkauften Heizung geworden und der Anteil von E-Pkw an den Neuzulassungen ist auf 22% gestiegen.
4. Die Großhandelspreise für Strom fallen dank der kostengünstigen Erneuerbaren Energien und demzufolge senken viele Stromanbieter die Endkundenpreise deutlich.

5. Ein Comeback der Atomkraft bleibt aus. Sie stagniert weltweit auf niedrigem Niveau und die immer wieder angesprochenen Minireaktoren (SMR) wird es in den nächsten Jahren noch nicht einmal als Prototypen geben.
Also keine schlechte Bilanz, sondern Ansporn für die Zukunft.
Mit diesem Hintergrund:
Alles Gute für das bald beginnende Jahr 2026
Quellen:
https://www.klimareporter.de/strom/die-unterschaetzte-revolution
CDU/CSU/SPD-Koalition im Bund – Wortbruch in Serie
Die auf Bundesebene regierende Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz bricht ihre Versprechen in Serie. Drei Beispiele:
1. Stromsteuer
Um die Belastung für alle durch zu hohe staatliche Abgaben auf Strom zu reduzieren, wurde angekündigt, die Stromsteuer für alle auf das europarechtlich zulässige Minimum abzusenken. Im Koalitionsvertrag (Seite 30) steht wörtlich:
„Wir wollen Unternehmen und Verbraucher in Deutschland dauerhaft um mindestens fünf Cent pro kWh mit einem Maßnahmenpaket entlasten. Dafür werden wir als Sofortmaßnahme die Stromsteuer für alle auf das europäische Mindestmaß senken und Umlagen und Netzentgelte reduzieren.“
Tatsächlich wird die Stromsteuer, obwohl als Sofortmaßnahme angekündigt, nicht für alle abgeschafft. Ausgerechnet die privaten Verbraucher und große Teile des Handwerks und des Mittelstandes werden nicht entlastet.
2. Deutschland-Ticket
Ein zentraler Beitrag für eine kostengünstige und zugleich klimafreundliche Mobilität ist das Deutschland-Ticket, das von 13 Millionen Menschen genutzt wird. Im Koalitionsvertrag (Seite 27) wurde nach längeren Diskussionen wörtlich festgelegt:
„Das Deutschlandt-Ticket wird über 2025 hinaus fortgesetzt. Dabei wird der Anteil der Nutzerfinanzierung ab 2029 schrittweise und sozialverträglich erhöht.“
Also eine Erhöhung erst ab 2029. Nur wenige Monate später die Entscheidung der Bundesregierung, den Preis schon ab 2026 von 58 € auf 63 € zu erhöhen.
3. Förderung Stallumbau für artgerechte Tierhaltung
Die Ampel-Regierung hatte ein Förderprogramm auf den Weg gebracht, mit dem der Umbau von Tierställen für artgerechte Nutztierhaltung durch Investitionszuschüsse und Zuschüsse zu den laufenden Mehrkosten bis 2030 gefördert wird.
Im Koalitionsvertrag (Seite 40) war dazu wörtlich festgehalten: „Wir stellen die notwendigen Mittel für den tierwohlgerechten Stallbau auf Grundlage staatlicher Verträge dauerhaft bereit.“
Über 500 Landwirte hatten schon Förderanträge gestellt, viele weitere waren in der Vorbereitung.
Nur wenige Monate später verkündet der CSU-Landwirtschaftsminister das Aus für dieses Förderprogramm und verweist auf die Bundesländer, die ja entsprechende Förderprogramme aufstellen könnten.
Fazit: Wer als Bundesregierung Versprechen in Serie bricht, muss sich nicht wundern, wenn die Bundesregierung immer weniger Vertrauen in der Bevölkerung hat.
Atomkraftbetreiber des AKW in Hamm zahlungsunfähig – Milliardenkosten für die Steuerzahler
Die Betreibergesellschaft des Atomkraftwerks Hamm – Uentrop (THTR) ist insolvent.
Die Steuerzahler werden für die Kosten von wahrscheinlich mehr als 1 Milliarde € aufkommen müssen
Der Thorium-Hochttemperaturreaktor war seit Inbetriebnahme 1986 störanfällig und nur rd. 400 Tage in Betrieb. Seit 36 Jahren liegt er still.
Die Kühlung und weitere Stillegungsaufwendungen verschlingen jährlich Millionenbeträge. Bis jetzt sind bereits rd. 400 Millionen € ausgegeben worden.
Jetzt hat die Betreibergesellschaft mit dem Hauptgesellschafter RWE an der Spitze kein Geld mehr und geht in die Insolvenz, um der weiteren Haftung zu entgehen. Das Insolvenzverfahren ist inzwischen eröffnet worden.
Die finanziellen Lasten bleiben aber natürlich und sie bleiben bei den Steuerzahlern hängen.
40 Jahre nach der Stilllegung soll 2028 mit den Vorarbeiten des Rückbaus begonnen werden, der sich Jahrzehnte hinziehen wird.
Für die Steuerzahler heißt das: Milliarden an Steuergeld werden dafür fällig werden. RWE und E.ON entziehen sich ihrer Verantwortung.
Das Märchen von der angeblich billigen Atomkraft erweist sich auch hier als unkalkulierbarer teurer Irrweg, den die Allgemeinheit bezahlen muss.
