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Versorgungssicherheit

VORBILDLICH:BIOGASANLAGETECHNOLOGISCH FIT FÜRDIE ZUKUNFT

20. Februar 2026 by Thomas Griese

Der Fachverband Biogas hat zusammen mit dem Landesverband Erneuerbare Energien NRW eine Biogasanlage in Erwitte als „Biogasanlage des Monats“ ausgezeichnet.

Biogasanlagen sind eine wichtige Säule für die Versorgungssicherheit in einem regenerativen Stromsystem. Die Biogasanlage auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Gut Brockhof steht dafür exemplarisch – und wurde deshalb vom Fachverband Biogas als Anlage des Monats Februar 2026 ausgezeichnet: Sie ist fast fünffach überbaut, sprich die ursprüngliche Leistung ist verfünffacht worden.

Auf dem Erwitter Hof wird der Ökostrom nur noch stundenweise bedarfsgerecht eingespeist, wenn Sonne und Wind nicht genug liefern – dann aber mit fünffacher Leistung. Die anfallende Wärme wird für die Hähnchenställe, die Wohnhäuser und das Betriebsgebäude auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Gut Brockhof genutzt. Derzeit überlegen die Anlagenbetreiber einen weiteren Gasspeicher zu bauen, um die Anlage noch fitter für die Zukunft aufzustellen.


Sehr vorbildlich ist außerdem die Aufbereitung des Gärproduktes, durch eine Gärrestverdampfungsanlage, zu Stickstoffdünger, einem gefragten natürlichen Dünger für die Landwirtschaft.
Für den Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) gratulierte Dr. Thomas Griese, der stellvertretende Vorsitzende, den Betreibern der Biogas Brockhof GmbH & Co.KG bei einem Pressegespräch vor Ort zu der Auszeichnung.

Die Biogasanlage auf Gut Brockhof ist eine Blaupause, wie künftig Biogasspeicherkraftwerke landes- und bundesweit betrieben werden müssen.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche lässt dagegen bei ihrer Kraftwerksstrategie die Biogastechnologie weitgehend unberücksichtigt, obwohl Biogasanlagen als Reservekraftwerke wesentlich preiswerter, klimafreundlicher und schneller realisierbar sind.


Das bestätigt ein vom LEE NRW bei der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Frontier Economics in Auftrag gegebenes Gutachten. Danach ist die für die Versorgungssicherheit notwendige Flexibilität der Erzeugungsanlagen zu großen Teilen mit dem Ausbau von dezentralen Motoren und stromgeführten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) möglich, die mit Biogas gefeuert werden. Weil diese kleinen Kraftpakete dezentral eingesetzt werden, wird das Stromnetz sogar entlastet.

Der von Katherina Reiche verfolgte Weg führt dagegen in eine neue fossile Abhängigkeit, die private und industrielle Kunden noch teuer bezahlen werden.

Posted in: Allgemein Tagged: Biogas, Biomassespeicherkraftwerke, Dunkelflaute, Energiewende, Katharina Reiche, Klimaschutz, Kraftwerksstrategie, Versorgungssicherheit

Die Erdgaspläne von Ministerin K. Reiche: Überflüssig, maßlos teuer und innovationsfeindlich

2. August 2025 by Thomas Griese

Ministerin K. Reiche will 40 neue Erdgaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von 20.000 Megawatt bauen lassen und subventionieren, angeblich weil nur so Zeiten der Dunkelflaute überbrückt und Versorgungssicherheit gewährleistet werden könne.

Tatsächlich überflüssig:

Die Überbrückung von Dunkelflauten lässt sich sehr viel schneller und kostengünstiger durch die Flexibilisierung der vorhandenen rund 10.000 Biogasanlagen erreichen. Dafür ist keine zusätzliche Biomasse erforderlich, denn durch die Flexibilisierung wird Biogas gespeichert und nur dann mit höherer Leistung verstromt, wenn Wind und Sonne nicht ausreichen.

Schon bis 2030 kann mit dieser Umstellung eine flexible Leistung von 12.000 Megawatt bereitgestellt werden, bis 2035 dann 24.000 Megawatt, und damit deutlich mehr als voraussichtlich nötig.

Erdgaslösung viel zu teuer:

Schon die von der Vorgängerregierung neu geplanten 12.000 Megawatt Gaskraftwerksleistung war weit überdimensioniert und sollte mindestens 12 Milliarden € Subventionen verschlingen. Eine Studie der Universität Nürnberg-Erlangen hat ergeben, dass die Biogaslösung um den Faktor  1,9 bis 3,7  günstiger ist als neue Erdgaskraftwerke.

2024.9. Studie Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Karl. Biogas im ku?nftigen EnergiesystemHerunterladen

Innovationsfeindlich:

Anders als von der Ampelregierung in der Kraftwerksstrategie noch vorgesehen, soll die Vorgabe entfallen, dass die Erdgaskraftwwerke später auf Wasserstoff umrüstbar sein müssen. Die Technologieoffenheit, die sonst immer gern propagiert wird, soll hier nicht gelten. Eine technologieoffene Ausschreibung, in der Biogasanlagen gegen Erdgaskraftwerke konkurrieren könnten, ist nicht vorgesehen.

Fazit

Es wird ein neues Monopol mit dauerhaftem Bestandsschutz für fossiles Erdgas geschaffen. Dazu passt, dass die Bundesregierung jetzt wenig unternimmt, um das Biomassepaket zur Flexibilisierung der Biogasanlagen, auf das sich zum Ende der letzten Wahlperiode die Ampelregierung mit der CDU/CSU Opposition geeinigt hatte, in Brüssel zur Genehmigung zu verhelfen.

Also alles zur Freude der Erdgaslobbyisten, aber nichts für eine kostengünstige innovative klimafreundliche Gewährleistung der Versorgungssicherheit.

Posted in: Allgemein, Erneuerbare Energien, Klimaschutz, Verbraucherschutz, Wirtschaft Tagged: Biogas, Dunkelflaute, Erdgaskraftwerke, Versorgungssicherheit

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