{"id":952,"date":"2011-04-13T12:16:03","date_gmt":"2011-04-13T10:16:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/?p=952"},"modified":"2011-04-13T12:16:03","modified_gmt":"2011-04-13T10:16:03","slug":"stadteregionstag-fur-schnellen-atomausstieg-in-deutschland-einspruch-gegen-niederlandische-akw-planungen-und-laufzeitverlangerung-in-tihangebelgien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/?p=952","title":{"rendered":"St\u00e4dteRegionstag f\u00fcr schnellen Atomausstieg in Deutschland &#8211; Einspruch gegen niederl\u00e4ndische AKW-Planungen und Laufzeitverl\u00e4ngerung in Tihange\/Belgien"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der St\u00e4dteregionstag Aachen hat auf seiner Sitzung am 7.4.2011 mit den Stimmen von GR\u00dcNEN, SPD, Linken und UWG beschlossen, von der Bundesregierung einen schnellen Atomausstieg zu verlangen. Zudem wendet sich der St\u00e4dteRegionstag gegen die Laufzeitverl\u00e4ngerung f\u00fcr das nur 80 Km von Aachen entfernt liegende belgische AKW Tihange.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Auf Initiative von GR\u00dcNEN und CDU hat der St\u00e4dteRegionstag dar\u00fcber hinaus einstimmig beschlossen, gegen die niederl\u00e4ndischen Planungen zum Neubau des AKW Borsssele Einspruch einzulegen und RWE als Investor aufgefordert, das Vorhaben aufzugeben. Alle Mandatstr\u00e4ger der St\u00e4dteRegion werden aufgefordert, sich, soweit sie Zugang zu RWE-Gremien haben, bei RWE im Sinne des Beschlusses aktiv zu werden. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Hintergrund ist die Tatsache, dass hinter unverantwortlichen AKW-Ausbauplanungen sehr oft deutsche Konzerne wie RWE stecken. Beispielsweise wollte RWE in Bulgarien, im erdbebengef\u00e4hrdeten Belene ein neues AKW bauen.<\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Die Beschl\u00fcsse im Wortlaut:<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong>Schneller Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie in Deutschland und den L\u00e4ndern der europ\u00e4ischen Gemeinschaft!<\/strong><\/p>\n<p><strong>I. Stopp des Betriebs und des Neubaus von Kernkraftwerken in Borssele!<\/strong><\/p>\n<p>Kernenergie ist nicht beherrschbar, wie die ungeahnten und in ihren Ausma\u00dfen kaum vorstellbaren, katastrophalen Ereignisse in Japan und die gef\u00e4hrlichen Zwischenf\u00e4lle in Harrisburg und Tschernobyl gezeigt haben. Die Folgen sind in Tschernobyl immer noch sichtbar: Nach wie vor leiden Millionen von Menschen an den Folgesch\u00e4den. Ein Gro\u00dfteil der W\u00e4lder ist immer noch stark radioaktiv verseucht. Viele Menschen in der N\u00e4he der Ungl\u00fcckstelle sind an Krebs erkrankt. Welche Folgen die nukleare Katastrophe in Japan annehmen wird, ist heute nicht abzusehen. Zu bef\u00fcrchten ist, dass sie die Folgen der bisherigen St\u00f6rf\u00e4lle aufgrund der viel dichteren Besiedlung im Norden Japans noch bei weitem \u00fcbertreffen wird. <\/p>\n<p>Das vermeintlich unwahrscheinliche Restrisiko der friedlichen Nutzung der Kernenergie ist nicht beherrschbar. Der Nutzen dieser Technologie steht in keinem Verh\u00e4ltnis zu den unabsehbaren, schlimmen Folgen eines St\u00f6rfalls, der sich selbst in einem hochtechnisierten Land zum Super-Gau entwickeln kann.<\/p>\n<p>Gegenw\u00e4rtig gibt es in den Niederlanden einen Druckwasserreaktor in &#8222;Borssele&#8220;, der 1973 in der Provinz Zeeland ans Netz gegangen ist. An diesem Standort sind aktuell zwei weitere Reaktoren geplant. Der Energieversorger Delta hatte im Juni 2009 ein Genehmigungsverfahren f\u00fcr Borssele 2 angesto\u00dfen, nun will die Energy Resources Holding B.V. in Borssele hier ein 3. Kraftwerk bauen. Borssele 1 sollte nach einem Beschluss der niederl\u00e4ndischen Regierung bereits 2004 stillgelegt werden, diese Entscheidung wurde jedoch 2003 aufgehoben. Borssele 1 soll nun &#8220; trotz der allseits bekannten Gef\u00e4hrdung durch radioaktive Strahlung &#8220; bis 2034 weiter betrieben werden.<\/p>\n<p>Die belgische Regierung hat 2007 die Laufzeiten der drei \u00e4ltesten Kernkraftwerke des Landes um 10 Jahre, das hei\u00dft von 40 auf 50 Jahre, verl\u00e4ngert. Die in der N\u00e4he von Aachen gelegene Anlage Tihange hat somit eine Betriebsgenehmigung bis zum Jahre 2025 erhalten.<\/p>\n<p>Harrisburg, Tschernobyl, Biblis (Block A), Forsmark, Kr\u00fcmmel, usw. &#8211; immer wieder gibt es gef\u00e4hrliche Zwischenf\u00e4lle in Kernkraftwerken. Alte Kernkraftwerke sind trotz Nachr\u00fcstung unsicherer als neuere. Reaktoren altern, die Reparaturanf\u00e4lligkeit nimmt zu &#8220; damit steigen die Risiken mit jedem Betriebsjahr an. Alte Meiler l\u00e4nger am Netz zu lassen ist daher unverantwortlich.<\/p>\n<p>Ein St\u00f6rfall im niederl\u00e4ndischen Kernkraftwerk Borssele oder im belgischen Kraftwerk Tihange h\u00e4tte enorme negative Auswirkungen auf die ganze Umgebung. Austretende Radioaktivit\u00e4t w\u00fcrde kilometerweit Luft, Wasser, Boden und Nahrungsmittel stark radioaktiv verseuchen. <\/p>\n<p>Insbesondere ein St\u00f6rfall im Ausma\u00df eines Super-GAUs in Tihange w\u00fcrde die Bev\u00f6lkerung und die Umwelt unserer Region einer starken Strahlenbelastung aussetzen. Aachen und weite Teile der Eifel w\u00e4ren davon massiv betroffen, wie eine Studie der Universit\u00e4t Wien belegt, die Ende der 90er Jahre angefertigt wurde. Die Verseuchung w\u00fcrde angesichts der vorwiegenden Westwindlagen die gesamte St\u00e4dteRegion Aachen erreichen und diese auf lange Sicht unbewohnbar machen bzw. deren Bewohnbarkeit erheblich einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Die Kernkraftwerke Borssele 2 und 3 verursachen eine zus\u00e4tzliche Produktion und Lagerung von Atomm\u00fcll und Atomm\u00fclltransporten. Das Risiko von Transportunf\u00e4llen steigt damit. Das Risiko von Anschl\u00e4gen sowie Diebstahl von radioaktivem Material durch Terroristen nimmt zu. Die Bev\u00f6lkerung kann vor unn\u00f6tiger Strahlenbelastung nur gesch\u00fctzt werden, indem dauerhaft auf Kernkraftwerke verzichtet wird. Das bedeutet zun\u00e4chst, auf keinen Fall neue zu errichten.<\/p>\n<p>Deshalb fordert der St\u00e4dteregionstag die Landesregierung NRW dringend auf, positiv auf die niederl\u00e4ndische und die belgische Regierung einzuwirken, damit die geplanten Neubauten in Borssele und die Laufzeitverl\u00e4ngerung der Kernkraftwerke in Borssele I und in Tihange gestoppt werden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus fordert der St\u00e4dteregionstag die Bundesregierung auf, es nicht bei dem angek\u00fcndigten Moratorium \u00fcber den Ausstieg vom Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie in Deutschland zu belassen, sondern m\u00f6glichst schnell den umfassenden Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie im Rahmen einer europ\u00e4ischen L\u00f6sung herbeizuf\u00fchren und den Ausbau der erneuerbaren Energien intensiv zu f\u00f6rdern und mit allen Kr\u00e4ften zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">II. Einspruch gegen die RWE-Planungen in Borssele\/Niederlande<\/span><\/strong><\/p>\n<p><!--StartFragment--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span><span>1.<span>    <\/span><\/span><\/span>Der St\u00e4dteRegionstag Aachen lehnt jeglichen Neubau von Atomkraftwerken ab. Dies gilt nicht nur f\u00fcr Deutschland, sondern muss europaweit gelten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span><span>2.<span>    <\/span><\/span><\/span>Der St\u00e4dteRegionstag Aachen lehnt daher den geplanten Neubau der nur rund 250 km von Aachen entfernt liegenden Atomkraftwerke Borselle in den Niederlanden ab und erhebt im Genehmigungsverfahren hiergegen Einspruch.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span><span>3.<span>    <\/span><\/span><\/span>Der St\u00e4dteRegionstag Aachen fordert den RWE-Konzern, der diese Atomkraftwerke bauen und betreiben will, auf, dieses Vorhaben unverz\u00fcglich aufzugeben, und fordert alle Gremienvertreter der St\u00e4dteRegion in den Gremien des RWE auf, aktiv auf eine Beendigung dieses Vorhabens hinzuwirken.<\/p>\n<p><!--EndFragment--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der St\u00e4dteregionstag Aachen hat auf seiner Sitzung am 7.4.2011 mit den Stimmen von GR\u00dcNEN, SPD, Linken und UWG beschlossen, von der Bundesregierung einen schnellen Atomausstieg zu verlangen. 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