{"id":294,"date":"2009-06-18T00:30:24","date_gmt":"2009-06-17T22:30:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/?p=294"},"modified":"2009-06-26T12:20:01","modified_gmt":"2009-06-26T10:20:01","slug":"funf-minuten-zeit-fur-die-milch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/?p=294","title":{"rendered":"F\u00fcnf Minuten Zeit f\u00fcr die Milch"},"content":{"rendered":"<p><!--StartFragment--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Die Milchb\u00e4uerinnen und -bauern sind in einer verzweifelten Lage: Immer schlechter werden die Milchpreise und immer dr\u00e4ngender werden ihre Existenz\u00e4ngste.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Das betrifft auch die St\u00e4dteRegion. Denn funktionierende Milchviehbetriebe sind nicht nur f\u00fcr eine gesunde Ern\u00e4hrung wichtig; gr\u00fcne Wiesen und Weidewirtschaft pr\u00e4gen gerade im S\u00fcden der St\u00e4dteregion die Landschaft und machen die touristische Anziehungskraft der Region aus.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Daher kann uns die aktuelle Entwicklung nicht kalt lassen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span> <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Anl\u00e4sslich des Treffens der EU-Regierungschefs in Br\u00fcssel am 18. und 19.6.2009 veranstalten die europ\u00e4ischen Milchbauern eine europ\u00e4ische Sternfahrt mit Traktoren nach Br\u00fcssel sein. Hier treffen sich am 18.6.2009 die Ministerpr\u00e4sidenten der EU, um auch \u00fcber das weitere Vorgehen in Sachen Milchpolitik zu beschlie\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Das Ganze wird auf deutscher Seite vom Bund der Milchviehhalter (BDM) organisiert.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Auch viele B\u00e4uerinnen werden wie bereits in D\u00fcsseldorf und Berlin vom 18. auf den 19. Juni die Nacht im Freien oder in Zelten vor dem EU Ratsgeb\u00e4ude verbringen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Als Milchb\u00e4uerinnen <\/span><span>Mitte Mai eine Woche lang vor dem Kanzleramt ausgeharrten und zum Teil in den Hungerstreik getreten waren mit der Forderung an die Bundeskanzlerin, wenigstens f\u00fcr ein 5-Minuten &#8222;Gespr\u00e4ch zur Milch zur Verf\u00fcgung zu stehen, hatte Angela Merkel schroff ein Gespr\u00e4ch verweigert.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Getan hat sich seither &#8220; abgesehen von freundlichen Worten &#8220; wenig.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Als Hilfe wurde eine Senkung der Agrardieselsteuer beschlossen, allerdings nur f\u00fcr Dieselverbr\u00e4uche von mehr als 10.000 Litern. Auf diese Weise profitierten im wesentlichen nur wenige Gro\u00dfagrarier, nicht aber die Masse der durchschnittlichen Milchviehbetriebe.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Dann wurde eine Erh\u00f6hung der Exportsubventionen in Aussicht gestellt.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Solche Agrarsubventionen nutzen nur den Exporteuren und sch\u00e4digen die Landwirtschaft in der Dritten Welt: Den Milchbauern nutzen sie nichts.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Seit kurzem m\u00fcssen die Empf\u00e4nger von Agrarsubventionen ver\u00f6ffentlicht werden und sind im Internet zug\u00e4nglich. Ganz oben auf der Liste steht die Agrar- und Nahrungsmittelindustrie. Die Gro\u00dfen der Branche, ob S\u00fcdzucker, Nordmilch oder Fleischfabriken, haben Millionen aus dem Agraretat bezogen. Bis zuletzt hatten der Bauernverband und die Agrarlobby die Ver\u00f6ffentlichung der Empf\u00e4nger mit Datenschutzargumenten bek\u00e4mpft.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Dies, obwohl die meisten Gerichte bis hinauf zum Bundesverfassungsgericht Beschwerden gegen die Ver\u00f6ffentlichung abgelehnt haben und selbst der Bundesbeauftragte f\u00fcr den Datenschutz keine Probleme bei der Ver\u00f6ffentlichung sieht. Der Bund hat der EU-Verordnung \u00fcber die Ver\u00f6ffentlichungspflicht ausdr\u00fccklich zugestimmt. Und auch die<span>  <\/span>Bauern tun das &#8211; mit ihrer Unterschrift auf den Antragsformularen f\u00fcr die Zahlungen. Die Behauptung des<span>  <\/span>Bauernverbands, die Landwirte seien die einzige Berufsgruppe, die sich so entbl\u00f6\u00dfen m\u00fcsse, ist falsch. Im Internet kann man jeden Friseursalon und jede Autowerkstatt finden, die EU-Geld erhalten haben, weil sie Ausbildungsstellen eingerichtet haben.<span>  <\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Jetzt wird der Skandal \u00f6ffentlich, dass 80 Prozent des EU-Geldes an wenige Gro\u00dfgrundbesitzer und alle m\u00f6glichen Unternehmen gehen, die mit Landwirtschaft nichts am Hut haben, w\u00e4hrend sich die vielen tausend b\u00e4uerlichen Familienbetriebe die \u00fcbrigen 20 Prozent teilen m\u00fcssen.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>N\u00f6tig sind also nicht neue Subventionen. N\u00f6tig ist eine Steuerung der Produktionsmenge in b\u00e4uerlicher Hand.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Entsprechende Forderungen haben denn auch die regionalen Vertreter des Bundes der Milchviehhalter und der belgischen Partnerorganisation auf einer Veranstaltung unserer belgischen Schwesterpartei ECOLO Ende Mai in Eupen erhoben. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>B\u00e4rbel H\u00f6hn, ehemalige Landwirtschaftsministerin in Nordrhein-Westfalen unterst\u00fctzte in ihrem Referat die Position der Milchbauern. &#8222;Mit ihrem Wortbruch bei der Milchkontingentierung (Milchmengenreduzierung) hat die Bundesregierung die jetzige dramatische Entwicklung verursacht.&#8220;<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span> <a href=\"http:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/hpim4346.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-295\" title=\"hpim4346\" src=\"http:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/hpim4346-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/hpim4346-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/hpim4346.jpg 797w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Nun sind die Bauern und B\u00e4uerinnen mit 1.000 Traktoren nach Br\u00fcssel gefahren, damit die Regierungschefs \u00fcber den Milchmarkt nicht nur reden, sondern handeln.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Die Forderung war und ist klar und eindeutig: Die \u00dcbermengen am Markt m\u00fcssendurch eine kurzfristige und befristete R\u00fccknahme von 5 % der Milchquotenabgebaut werden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Denn nur durch das Verhindern der weiteren \u00dcberproduktion lassen sich wieder kostendeckende und faire Preise erreichen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Den Beschluss dazu h\u00e4tten die Regierungschefs fassen k\u00f6nnen und m\u00fcssen. Das Instrument der Milchmengenbegrenzung ist daf\u00fcr vorhanden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Herausgekommen ist jedoch nur nur ein Pr\u00fcfauftrag bis September.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Gemessen an der Situation auf den H\u00f6fen ist das geradezu<br \/>\nzynisch. Es erinnert an die Erfahrungen mit dem deutschen Milchgipfel im<br \/>\nletzten Sommer. Damals waren klare Zusagen zur Mengenreduzierung gegeben,<br \/>\naber die Umsetzung wurde vertagt auf einen Zeitpunkt nach der Bayernwahl.<br \/>\nDie Zusagen endeten nach der Wahl mit einem kompletten Wortbruch im<br \/>\nBundesrat. Nun wollen Frau Merkel und die anderen Regierungschefs der<br \/>\nKommission und den EU-Agrarministern Zeit bis einen Tag nach der<br \/>\nBundestagswahl geben. Offenbar sollen die Milchbauern noch \u00fcber ein<br \/>\nVierteljahr lang auf diese katastrophalen Milchpreise um die 20 Cent<br \/>\nfestgelegt werden, um dann zu erfahren, dass die Politik die notwendigen<br \/>\nMa\u00dfnahmen wieder nicht ergreifen will. Diese Politik ist verantwortungslos.<\/p>\n<p><!--EndFragment--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Milchb\u00e4uerinnen und -bauern sind in einer verzweifelten Lage: Immer schlechter werden die Milchpreise und immer dr\u00e4ngender werden ihre Existenz\u00e4ngste. Das betrifft auch die St\u00e4dteRegion. Denn funktionierende Milchviehbetriebe sind nicht nur f\u00fcr eine gesunde Ern\u00e4hrung wichtig; gr\u00fcne Wiesen und Weidewirtschaft pr\u00e4gen gerade im S\u00fcden der St\u00e4dteregion die Landschaft und machen die touristische Anziehungskraft der Region &#8230; <span class=\"more\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/?p=294\">[Read more&#8230;]<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":{"0":"entry","1":"post","2":"publish","3":"author-thomasgriese","4":"post-294","6":"format-standard","7":"category-allgemein"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/294","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=294"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/294\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=294"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=294"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=294"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}