{"id":17,"date":"2008-11-18T17:48:09","date_gmt":"2008-11-18T15:48:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/?p=17"},"modified":"2015-01-28T10:58:03","modified_gmt":"2015-01-28T10:58:03","slug":"biotreibstoffe-%e2%80%93-es-kommt-darauf-an-woraus-man-sie-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/?p=17","title":{"rendered":"Biotreibstoffe &#8220; es kommt darauf an, woraus man sie macht"},"content":{"rendered":"<p>Kein Zweifel: Die Kritik an Biotreibstoffen nimmt zu. Nachrichten \u00fcber gerodeten Regenwald, um Palm\u00f6l f\u00fcr Biodiesel herzustellen, rufen zu Recht Emp\u00f6rung hervor. Die Kritiker ziehen aber die falschen Schlussfolgerungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0000ee; text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/rapsoel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-380\" title=\"rapsoel\" src=\"http:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/rapsoel-300x226.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/rapsoel-300x226.jpg 300w, https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/rapsoel.jpg 637w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>Mit B\u00e4rbel H\u00f6hn auf dem N\u00fcrburgring &#8211; Raps\u00f6lauto beim 24-Stunden-Rennen auf dem N\u00fcrburgring<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Weil in Indonesien oder Brasilien Urw\u00e4lder f\u00fcr Treibstoffe gerodet werden, ist es hier nicht falsch, aus Altfetten oder Raps Biodiesel oder aus \u00fcbersch\u00fcssigen Zuckerr\u00fcben oder Lebensmittelresten Bioethanol herzustellen. Einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten Biotreibstoffe dann, wenn sie zur CO-2-Einsparung beitragen. Daran fehlt es, wenn f\u00fcr den Anbau erst W\u00e4lder abgebrannt oder Gr\u00fcnland umgebrochen wird, weil dann das dabei frei werdende CO-2 zu einer negativen CO-2- Bilanz f\u00fchrt. Ganz anders sieht es aber aus, wenn die Produktion aus vorhandenen Fl\u00e4chen genutzt wird. Dann stimmt auch die Kritik nicht, es w\u00fcrden durch die D\u00fcngung beim Anbau zus\u00e4tzliche Lachgasemissionen freigesetzt, denn auch bei anderweitiger Nutzung der Fl\u00e4chen wird synthetischer Stickstoffd\u00fcnger in gleichem Ma\u00dfe eingesetzt. Dabei darf allerdings nicht \u00fcbersehen werden: Die Lachgasemissionen aus landwirtschaftlichem Anbau durch k\u00fcnstlichen Stickstoffd\u00fcnger &#8220; sei es f\u00fcr Nahrungsmittel oder andere Zwecke &#8220; sind ein gro\u00dfes Klimaproblem und kein Weg wird daran vorbeigehen, den Einsatz von synthetischem D\u00fcnger &#8220; auch in der Nahrungsmittelproduktion zu reduzieren.<br \/>\nDer Vorwurf schlechter Klimabilanz trifft erst recht nicht zu, wenn der Biotreibstoff aus landwirtschaftlichen Reststoffen oder aus Abf\u00e4llen aus der Lebensmittelproduktion erzeugt wird. Gerade das geschieht in Deutschland in wachsendem Ma\u00df. Einer der gr\u00f6\u00dften Biodieselproduzenten in Deutschland stellt Biodiesel aus Altfetten her, die er aus Schnellrestaurants abholt. Ein anderes Beispiel ist die Verwertung von Abfallprodukten der Molkereien und Brauereien zu Bioethanol. Das insgesamt zur Verf\u00fcgung stehende Potenzial ist riesig und wird bisher erst in Ans\u00e4tzen genutzt. Schweden macht uns vor, wie es richtig geht: Vorrangig die biogenen Reststoffe zur Treibstoffproduktion nutzen. Der Vorteil der Biotreibstoffe besteht gerade darin, dass sie aus einer gro\u00dfen Vielzahl von Fr\u00fcchten und Abfallstoffen hergestellt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDeshalb trifft auch der Vorwurf der Monokultur nicht zu. Biodiesel kann man ebensogut aus Sonnenblumen\u00f6l oder Leinensamen\u00f6l herstellen.<br \/>\nIm \u00fcbrigen sind die Angriffe gegen den Rapsanbau unbegr\u00fcndet. Der Rapsanbau hat erst dazu beigetragen, die Monokultur im Getreideanbau durch den Fruchtfolgewechsel zu \u00fcberwinden. Aufgrund der langen Anbauperiode von der Aussaat im Sp\u00e4tsommer bis zur Ernte erst im darauf folgenden Sommer sch\u00fctzt Raps viel besser als andere Fr\u00fcchte vor Bodenerosion. Und schlie\u00dflich zeigt das Beispiel Rapshonig, wie wertvoll Raps f\u00fcr Bienen und damit das \u00f6kologische Gleichgewicht ist. Mit Zuckerr\u00fcben k\u00f6nnen Bienen nun mal nichts anfangen. Um einen Hektar zu bearbeiten, sind ca. 70 Liter Treibstoff notwendig. Der Ertrag besteht in ca. 1.500 bis 1.800 Liter.<\/p>\n<p>Biotreibstoffe gef\u00e4hrden auch nicht die weltweite Nahrungsmittelversorgung. Soweit sie aus biogenen Abfallstoffen kommen, ist das ohnehin offensichtlich. Zudem l\u00e4sst sich der Zwischenfruchtanbau zus\u00e4tzlich nutzen und die ganze Palette landwirtschaftlicher Reststoffe, insbesondere Stroh und G\u00fclle verwerten, au\u00dferdem \u00dcbersch\u00fcsse, die immer noch reichlich vorhanden sind, zum Beispiel bei Zuckerr\u00fcben oder Wein &#8220; die EU hat gerade wieder ein Rodungsprogramm beschlossen.<br \/>\nDie Fl\u00e4chenkonkurrenz findet nicht zwischen Grundnahrungsmitteln und Treibstoff statt, sondern zwischen Futterfl\u00e4chen f\u00fcr den Fleischkonsum und Fl\u00e4chen f\u00fcr Biotreibstoffe. Etwa 10 pflanzliche Kalorien werden ben\u00f6tigt, um eine Kalorie tierischen Ursprungs herzustellen. Anders ausgedr\u00fcckt: F\u00fcr die Ern\u00e4hrung eines Menschen mit Fleisch braucht man bis zu zehn mal soviel Fl\u00e4che wie f\u00fcr die pflanzliche Ern\u00e4hrung.<br \/>\nDas zeigen auch die Zahlen aus Brasilien: Durch die Fleischproduktion sind 100 Millionen Hektar belegt, durch die Zuckerrohrproduktion (Bioethanol und Zucker) nur 6 Millionen Hektar.<br \/>\nDie gestiegenen Mais-(Tortilla-) Preise in Mexiko taugen nicht als Gegenbeispiel. Denn Ausgangspunkt war, dass die mexikanischen Bauern ihren Maisanbau wegen subventionierter Maisexporte aus den USA einstellen mussten. Als die USA dann ihren Mais verst\u00e4rkt zur Treibstoffproduktion nutzten, verteuerten sich f\u00fcr Mexiko die Importe. Zugleich hat dies aber auch dazu gef\u00fchrt, dass die mexikanische Maisproduktion wieder in Gang gekommen und die Importabh\u00e4ngigkeit seither gesunken ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Fehlentwicklungen muss das Instrument der Zertifizierung eingesetzt werden. Nur Biotreibstoff, der aus nachhaltigem, umweltfreundlichen Anbau stammt, darf auf den Markt kommen. Das hat sein Vorbild beim \u00f6kologischen Anbau. Auch dort hat man sich am Ende auf \u00f6kologische Anbaurichtlinien verst\u00e4ndigt und festgelegt, dass nur Produkte, die diese Voraussetzungen erf\u00fcllen, unter dem Biosiegel vermarktet werden d\u00fcrfen. Und das Wachstum bei Nahrungsmitteln als \u00f6kologischem Anbau best\u00e4tigt diesen L\u00f6sungsweg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein Zweifel: Die Kritik an Biotreibstoffen nimmt zu. Nachrichten \u00fcber gerodeten Regenwald, um Palm\u00f6l f\u00fcr Biodiesel herzustellen, rufen zu Recht Emp\u00f6rung hervor. 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