{"id":1432,"date":"2014-05-17T19:51:53","date_gmt":"2014-05-17T19:51:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/?p=1432"},"modified":"2015-01-28T09:51:41","modified_gmt":"2015-01-28T09:51:41","slug":"energiewende-vor-ort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/?p=1432","title":{"rendered":"Energiewende vor Ort"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mancher Gast schaute verwundert, als die Aachener GR\u00dcNEN gestern in der Bahnhofsvision Flyer auspackten und die Mikros in Betrieb nahmen. Grund war die Veranstaltung \u201eEnergiewende vor Ort\u201c &#8211; mit dem D\u00fcrener Energieexperte Oliver Krischer, MdB und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der GR\u00dcNEN im Bundestag, und der GR\u00dcNEN OB-Kandidatin Gisela Nacken, Umwelt- und Planungsdezernentin der Stadt Aachen. Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Thomas Griese, GR\u00dcNER Staatssekret\u00e4r im Umweltministerium Rheinland-Pfalz.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Energiewende-Bahnhofsvision1-web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1434\" src=\"http:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Energiewende-Bahnhofsvision1-web-300x210.jpg\" alt=\"Energiewende-Bahnhofsvision1-web\" width=\"300\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Energiewende-Bahnhofsvision1-web-300x210.jpg 300w, https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Energiewende-Bahnhofsvision1-web.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nAm Podium v.l.: Oliver Krischer, Gisela Nacken und Thomas Griese.<\/p>\n<p>Oliver Krischer sprach zun\u00e4chst \u00fcber die aktuelle Debatte zur Energiewende. Insbesondere ging er auf die geplanten \u00c4nderungen ein, die Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel derzeit zum EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) durchsetzen m\u00f6chte: \u201eDie schwarz-rote Koalition versucht eine \u201aBraunkohlewende\u2018; viele der vorgeschlagenen \u00c4nderungen sorgen f\u00fcr ein Zur\u00fcckdr\u00e4ngen der Erneuerbaren Energien. Hier findet eine Verw\u00e4sserung und Kehrtwende statt, gegen die wir uns heftig wehren!\u201c Nach Gabriels Pl\u00e4nen solle der Ausbau der Erneuerbaren Energien \u2013 verglichen mit den Vorgaben der Vorg\u00e4ngerregierung von CDU und FDP \u2013 sogar halbiert werden, so Krischer weiter: \u201eDie Folge: CO2-Emissionen nehmen wieder zu, alte abgeschriebene Kraftwerke laufen aus Kostengr\u00fcnden weiter, verpesten die Luft und verdr\u00e4ngen moderne saubere Gaskraftwerke.\u201c<\/p>\n<p><strong>Eigenversorger nicht abstrafen!<\/strong><\/p>\n<p>Auch das Thema Eigenstromerzeugung erfahre eine nicht nachvollziehbare Einengung: \u201eLeute, die sich heute schon mit eigener Energie versorgen, etwa \u00fcber Solar- oder Photovoltaikanlagen, werden mit Gabriels \u201aReformen\u2018 zur Kasse gebeten. Denn sie zahlen \u00fcber die EEG-Umlage daf\u00fcr Strafe.\u201c Das sei etwa so, wie ein Teilnehmer der Veranstaltung anmerkte, als zahle man einen Obulus an den Supermarkt daf\u00fcr, dass man die Eier der H\u00fchner aus dem eigenen Garten verzehre. \u201eNat\u00fcrlich l\u00e4sst es sich diskutieren, dass Eigenstrom-Erzeuger sich anteilig an den Kosten etwa f\u00fcr Stromnetze beteiligen, denn die meisten nutzen diese ja doch in Zeiten, wo sie selbst nicht 100% ihres Strombedarfs selbst erzeugen. Doch das darf keinesfalls \u00fcber die EEG-Umlage passieren!\u201c<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Strompreisl\u00fcge<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt sei das Gespenst der Kostenexplosion eines, das man schleunigst in sein Spukschloss zur\u00fcckschicken solle: \u201eWer meint, dass die Energiewende zu teuer sei, soll sich mal die Alternativen anschauen: Subventionierung und Renaturierung von Tagebau, R\u00fcckbau von Atomkraftwerken, die Suche und der Betrieb eines Endlagers f\u00fcr Atomm\u00fcll \u2013 das alles wird den Steuerzahler letztendlich Milliarden kosten.\u201c \u2018Die gro\u00dfe Strompreisl\u00fcge\u2018 nennt Krischer das und f\u00fcgt hinzu: \u201eG\u00e4be es nicht so viele Ausnahmen bei der EEG-Umlage in der Gro\u00dfindustrie \u2013 Panzerproduzenten, H\u00e4hnchenm\u00e4stereien und Modeschmuckhersteller, um nur ein paar der 219 befreiten Branchen zu nennen \u2013 dann m\u00fcssten nicht Kleinbetriebe, Handwerker und Privatpersonen den Gro\u00dfteil der Kosten alleine stemmen.\u201c Nicht zu vergessen sei, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien auch ein handfester Wirtschaftsfaktor sei: Hier entstehe ein v\u00f6llig neuer Sektor auf dem Arbeitsmarkt \u2013 allein mit 400.000 neuen Arbeitspl\u00e4tzen in den letzten Jahren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Energiewende-Bahnhofsvision5-web-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1439\" src=\"http:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Energiewende-Bahnhofsvision5-web-1-300x197.jpg\" alt=\"Energiewende-Bahnhofsvision5-web-1\" width=\"300\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Energiewende-Bahnhofsvision5-web-1-300x197.jpg 300w, https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Energiewende-Bahnhofsvision5-web-1.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Stolz auf Aachens Vorbildfunktion<\/p>\n<p><strong>Im Anschluss an Oliver Krischer ergriff Gisela Nacken das Wort. Sie startete mit einer bemerkenswerten Zahl: Am Vortag \u2013 Sonntag, den 11. Mai um 13 Uhr \u2013 wurden bundesweit 59,2 Gigawatt Energie verbraucht. 73% davon stammten aus regenerativen Energien, aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. Eine beeindruckende Zahl, auf die man stolz sein kann, erst recht als Aachenerin oder Aachener: \u201eDas EEG hat hier in Aachen seine Wurzeln \u2013 das ist leider viel zu wenig bekannt\u201c, erl\u00e4uterte Gisela Nacken. \u201eDie B\u00fcrgerinitiative Solarenergie-F\u00f6rderverein e.V. hat schon in den neunziger Jahren mit ihrer Forderung nach kostengerechter Verg\u00fctung von Strom aus Erneuerbaren Energien die gesamte Energiewende ins Rollen gebracht.\u201c Von Aachen aus haben sich die Ideen und Vorschl\u00e4ge des Vereins im Schneeballeffekt \u00fcber andere Kommunen, den Bund bis hin in andere Staaten verbreitet.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Energiewende-Bahnhofsvision6-rad-web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1436\" src=\"http:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Energiewende-Bahnhofsvision6-rad-web-300x244.jpg\" alt=\"Energiewende-Bahnhofsvision6-rad-web\" width=\"300\" height=\"244\" srcset=\"https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Energiewende-Bahnhofsvision6-rad-web-300x244.jpg 300w, https:\/\/www.thomas-griese-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Energiewende-Bahnhofsvision6-rad-web.jpg 735w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nDarf nat\u00fcrlich nicht fehlen: Das GR\u00dcNE Infomobil!<\/p>\n<p>Die zwei S\u00e4ulen der Energiewende<\/p>\n<p><strong>Heute ist Aachen in Sachen Energiewende sehr gut aufgestellt und ein Vorbild f\u00fcr andere Kommunen. \u201eStadt und Stawag ist sehr bewusst, dass die Energiewende von zwei S\u00e4ulen getragen wird: Dem Ausbau Erneuerbarer Energien einerseits, aber auch dem Einsparen und dem effizienten Einsatz von Energie\u201c, so Nacken. \u201eDie Energie, die erst gar nicht verbraucht wird, ist die beste Energie! Deshalb haben wir viele erfolgreiche Programme und Projekte wie altbau plus, die Energieberatung oder auch die Solardach-Aktion im Angebot.\u201c Bei der Sanierung und dem Bau von st\u00e4dtischen Geb\u00e4uden w\u00fcrden energetische Standards angesetzt, die denen von Passivh\u00e4usern schon sehr nahe k\u00e4men.<\/strong><\/p>\n<p>Solidarisch gelingt die Wende \u2013 auch im M\u00fcnsterwald<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wurde auch das Thema Windkraft aufgegriffen, zumal einige Vertreter der B\u00fcrgerinitiative gegen die Windr\u00e4der im M\u00fcnsterwald an der Diskussion teilnahmen und ihre Einw\u00e4nde vorbrachten. Deren Kritik richtet sich bekanntlich gegen den Standort M\u00fcnsterwald, der in den Augen der Initiative ein sch\u00fctzenswerter Raum ist. Gisela Nacken legte noch einmal die Fakten auf den Tisch: \u201eWir haben durch mehrere Gutachten belegt, dass dies der Standort mit den besten Bedingungen ist. Der Windpark an dieser Stelle ist sowohl aus windenergetischer Sicht gut geeignet als auch aus \u00f6kologischer Sicht gut vertretbar. Dieser Teil des M\u00fcnsterwalds ist ein reiner Wirtschaftswald \u2013 die B\u00e4ume, die hier abgeholzt werden, werden an anderer Stelle wieder aufgeforstet.\u201c Abholzen, nutzen, aufpflanzen \u2013 das sei der ganz normale Kreislauf der Dinge in der Bewirtschaftung eines Nutzwaldes. Weiterhin sei der Aachener Wald FSC\u00ae-zertifiziert, ein internationales Zertifizierungssystem f\u00fcr Waldwirtschaft mit h\u00f6chsten Standards.<\/p>\n<p>\u201eWer dezentrale Energieversorgung m\u00f6chte \u2013 und das ist Konsens in der Stadt Aachen \u2013 der muss auch damit leben, dass sich vor seiner Haust\u00fcre etwas ver\u00e4ndert.\u201c Die Energiewende sei wichtiger als je zuvor und nur gemeinsam zu schaffen, schloss Gisela Nacken. Das Res\u00fcmee des Abends: Eine konzentrierte, inhaltsvolle Debatte mit einer sachlichen Diskussion, die unterschiedliche Perspektiven zu Wort kommen lie\u00df.<\/p>\n<p><em>Bericht Relindis Becker<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mancher Gast schaute verwundert, als die Aachener GR\u00dcNEN gestern in der Bahnhofsvision Flyer auspackten und die Mikros in Betrieb nahmen. Grund war die Veranstaltung \u201eEnergiewende vor Ort\u201c &#8211; mit dem D\u00fcrener Energieexperte Oliver Krischer, MdB und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der GR\u00dcNEN im Bundestag, und der GR\u00dcNEN OB-Kandidatin Gisela Nacken, Umwelt- und Planungsdezernentin der Stadt Aachen. 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